Mittwoch, 23. Mai 2018

Parkrun

Hallo,

seit einigen Monaten gibt es nun auch in Deutschland den Parkrun.  Dabei handelt es sich um einen kostenlosen 5 Kilometer-Lauf auf öffentlichen Plätzen.
Dieses Konzept kommt aus England und funktioniert dort seit über einem Jahrzehnt reibungslos. In der Zwischenzeit machen 19 Länder auf 5 Kontinenten mit.
Und seit 3 Wochen nun auch Stuttgart. Da ich jedoch bei den ersten beiden Terminen nicht konnte machte ich mich letzten Samstag zu meinem ersten Parkrun auf.
Da ich aber 5 Kilometer kaum zum Schuhe binden lohnen und dass ganze auch nicht direkt vor der Haustüre stattfindet beschloss einen Teil des Hin- und Rückwegs ebenfalls zu Fuß zurück zu legen.
Als ich dann nach 12 gelaufenen Kilometern kurz vor 9 Uhr auf dem Startgelände ankam standen schon einige Läufer und Organisatoren herum. Denn neben den Läufern braucht es eben auch Freiwillige die dies jede Woche auf's neue organisieren, die Zeit nehmen und die Strecke ausschildern.
Nach einer kurzen Einweisung ging es dann auch schon auf den 2 Runden Kurs und sofort wurde es hügelig. Meine Beine waren zwar nicht die frischsten und ich durch den Hinweg schon etwas geschafft aber trotzdem lief ich so zügig es ging durch den Wald. Immer wieder hoch und runter, vorbei an Spaziergängern, anderen Joggern, überrundeten Mitläufern, Hunden, etc. Sehr kurzweilig und nach 21:18 min überquere ich die Ziellinie. Dort erhalte ich einen Clip der mir die Platzierung zuweist und mit meinem vorab ausgedrucken Barcode wird mir meine Zielzeit zugewiesen die ich dann im Internet und per E-Mail einsehen kann. Mit diesem Barcode kann ich nun auch überall starten und mich mit anderen vergleichen.
Darüber hinaus gibt es für viele Teilnahmen oder Helfertätigkeiten kostenlose T-Shirts. Und dass es ein Konzept wirklich für alle ist beweist eine Schlagzeile der letzten Tage: "Durchschnittliche Parkrunzeit immer langsamer  und stolz darauf." Es geht hier eben nicht darum dass alle möglichst schnell sind, sondern dass sich möglichst viele bewegen. Und 5 Kilometer sind für viele eine realistische Kilometerzahl!
So auch für die etwa 30 Läufer jede Woche in Stuttgart. Und bestimmt auch bald mal wieder für mich.
Im Anschluss bin ich dann noch 11 Kilometer bis zum Auto gelaufen und war nach diesen gesamt 28 Kilometer ganz froh es geschafft zu haben.

Bis dahin:
Vielleicht auch in deiner Nähe?

Markus

Montag, 7. Mai 2018

Mit Qual zum Erfolg

Hallo,

die spontanen Läufe sind bekanntermaßen die spannendsten, so auch diesmal. Relativ kurzfrisitg hatte ich einen Startplatz für den Halbmarathon in Mühlacker gewonnen. Und nachdem klar war dass das Wetter mitspielen würde und die Kinder auch dort laufen könnten wurde ein Familienausflug daraus.
Die Nachmeldung meiner Jungs ging schnell über die Bühne und auch wenn ich eine Chipmessung für einen 250 Meter Lauf bei den Jahrgängen 2013 und jünger übertrieben finde ließen wir das über uns ergehen. also ab an den Start mit dem Jüngeren. Während der Ältere vorne raus rannte und sichtlich Spaß hatte ging ich mit dem Kleinen den Kurs ab. Auch wenn er wohl nicht verstand wieso alle so jubelten und schreiten marschierte er die Strecke mit seinen 2 Jahren ab und freute sich, wie alle Kinder, im Ziel über eine Medaille.



Anschließend ging es auf den Spielplatz und irgendwann war es für mich Zeit zum Startgelände zurück zu kehren. 4 Runden für den Halbmarathon standen auf dem Programm. Jeweils inklusive einer kurzen Begegnungsrunde pro 5 km Runde um auf die Distanz zu kommen.
Ansicht kein Problem, wären da am Start nicht zeitgleich noch 5 und 10 km Läufer gestanden und das alle in ziemlich engen Gassen. So war ich froh in dritter Reihe stehen zu können wobei ich bei den vor mir schnell wusste dass die ersten Meter für diese kein Spaß werden.
Pünktlich ging es dann auch los und die ersten 50 Meter wurden zum Hindernisparkour bis zur ersten Kurve. Dann einfach mal auf dem Gas bleiben und die Strecke kennen lernen. Und schon nach der zweiten Kurve war klar, das wird wirklich hügelig heute. Egal, einfach mal schauen was geht.  So ging es dann Km 2 & 3 bei relativ windigen Bedingungen durch 2 Dörfer und an einem Wasserstand vorbei. In der Zwischenzeit hatte sich das Feld ziemlich in die Länge gezogen. Nun die Begegnungsstrecke - ich sah einen Läufer dort gerade herauslaufen und fragte einen Streckenposten ob ich wirklich der zweite sei was bejaht wurde. Uii, erstaunt ging es schnell weiter. Auf dem Rückweg sah ich dann noch zwei hinter mir, keine 100 Meter trennten uns.
Zum Ende der Runde gab es dann nochmals drei anspruchsvolle Anstiege.  Schon auf der ersten Runde war mir klar dass ich dieses Tempo so nicht durch halten konnte. Aber hilft ja nichts, die weiteren Runden warteten. Nach 8 Kilometer nahm ich dann die ersten Überrundungen von Walkern vor und auf der Extraschleife konnte ich feststellen dass mein Abstand zur Nr.3 leicht angestiegen ist. Dann jedoch die Anstiege wieder. Und meine Kraft war fast aufgebraucht. Ich kämpfte, schaffte es und wahr froh auch wieder runter laufen zu dürfen.
Ab durch's Ziel. Runde drei. Nun wurde es noch einsamer um mich da die 10 km Läufer nun auch im Ziel waren. Und umdrehen wollte ich mich nicht. Kämpfen und hoffen dass die Wärme auch hinter mir den Läufern zu schaffen machte. Dass der Führende mir meilenweit voraus ist wusste ich da bereits. Wieder laufen wir aufeinander zu, wieder ein paar Meter extra zwischen uns und ich denke nur noch an die letzte Runde.  Nun vermischt sich auch das Feld der Halbmarathonis da ich überrunde. Also ab auf die letzte Runde. Jeder Anstieg eine Qual. Und trotzdem habe ich noch Kraft einem anderen Läufer den richtigen Weg zu zeigen und zum letzten Mal die zähe Begegnungsstrecke zu laufen. Und dieses Mal bin ich alleine dort. Also 275 Meter Vorsprung. Also mindestens eine Minute. Na das muss doch reichen. Trotzdem nicht gehen bei den Anstiegen. Sondern weiter quälen.
Für einen Zielspurt reicht es aber nicht mehr und so laufe ich eine 1:30:08 h. Eine meiner ganz seltenen über 1:30h Zeiten. Und trotzdem Platz 2!
Nach kurzer Erholung kann ich sogar ein Interview geben und nehme zur Kenntnis das ich 90 Sekunden Vorsprung am Ende hatte.

Dann zurück zur Familie, essen, entspannen, duschen und eine langwierige Siegerehrung abwarten. Dort bekomme dann auch ich meine Medaille. Endlich. Fix und fertig geht's nach Hause.

Bis dahin:
Geschafft, aber glücklich

Markus