Dienstag, 28. November 2017

Rößleweg - welch ein Renntag

Hallo,

Sonntag 26. November 2017 - Totensonntag. Und der Rößleweg, der "Wanderweg" rund um Stuttgart mit seinen rund 1500 Höhenmetern auf mind. 52 km wird von über 30 Läufern belebt. 
Und zwar als kleiner RunMob mit ein wenig Renncharakter und sogar mit Verpflegungsstellen.


Los ging es pünktlich um acht Uhr nachdem die Anwesenheit geprüft war und jedem die Markierungen erklärt wurden. Der Initator hat sogar an vielen Stellen zu den vielen Markierungen noch weiße Pfeile aufgemalt und meiner Ansicht nach konnte man sich nicht verlaufen. Sahen andere anders :-)

Eigentlich wollte ich es gemütlich angehen lassen und in unter sechs Stunden die Strecke laufen. Mit dem Umweg zu zwei zusätzliche am Rande der Strecke befindlichen Hügeln / Aussichtspunkten sollten etwas über 56 Kilometer zusammen kommen. Eigentlich machbar. 
Aber wieder einmal war ich erkältet und war unter der Woche auch etwas fiebrig.  Die fehlende Kraft merkte ich jedoch nur an den Anstiegen, wobei die eben auch reichlich vorkamen.

So lief ich auch gleich zu Beginn vorne mit und konnte es mir nicht nehmen lassen auch mal kurz in Führung zu gehen um die anderen dann auf die Reise zu schicken. Erstaunlicherweise kamen die jedoch garnicht so weit weg und so liefen wir nach dem ersten Anstieg mehr oder weniger in einer 7er Gruppe durch die Waldebene. Ab und an ein nettes Gesprächen bis es dann plötzlich anfien zu schneien. Und wie. Ein Wind zog auf als wir gerade aus dem Wald waren, dichter Schneefall kam von vorne und ich wünschte mich schnell zurück in den Wald.




Dahin durfte ich dann bald auch wieder und wärmte mich etwas auf. Und jedes Mal wenn ein Anstieg kam fiel ich etwas zurück und hielt meine Kräfte so gut es geht zurück. Jedoch war ich immer wieder in Reichweite der Spitze wenn es ebener wurde. Und bei Km 19 sollte es dann auf den ersten Hügel / Berg gehen und dort gab es auch eine Verpflegungsstelle.  Und während sich die anderen etwas länger verpflegten lief ich schon nach kurzer Zeit weite rum nicht auszukühlen. Bald wurde ich jedoch wieder eingeholt und auf den nächsten Kilometern stelle ich fest dass ich die falsche Schuhwahl hatte.  Durch die regnerischen Tage zuvor war der gesammte Waldboden nass und rutschig und ich hatte keinProfil um dort entsprechend bergab zu laufen und kam einige Mal ins Schlingern. Aber ich bleib auf den Beinen. Dadurch war ich aber jedoch auch hier wieder bald alleine unterwegs.  Aber nur bis Km 30. Dort die nächste VP, diesmal fast ohne Pause für mich und als zweiter ging es weiter. Und die anderen schienen angestachelt davon zu sein und machten nun Ernst.




Mit Vollgas zogen sie bergan an mir vorbei und bei  Km 33 verabschiedete ich mich endgültig von Ihnen. Der nun folgende Anstieg konnte und wollte ich so nicht mehr mitgehen.
So sah ich bei Km 38 zwar noch zwei von der letzten VP weglaufen als ich um die Ecke bog aber ich genoss dieses Mal die Pause, trank Cola, ass reichlich Gummibärchen und lief dann etwas zäh weiter.  Hier war mein Tiefpunkt erreicht und ich war gespannt ob und wann mich jemand von hinten einholen würde. Die Beine wurden nun schwerer und etwas längere wenn auch leichte Anstiege spazierte ich nur noch.
Bei überschreiten der Marathonmarke rief ich dann zu Hause an und es gab kein zurück mehr. Ich werde ins Ziel laufen. Denn den besten Punkt zum Abholen war Überlaufen. Und so kam Kilometer um Kilometer und ich begann zu rechnen. 56 km in 5:30h möglich? Vielleicht. Wenn die Strecke nicht länge wäre. Dafür müsste ich jedoch inklusive dem letzten steilen bergan Stück unter 7min/km laufen. Machbar wie sich auf den nächsten 4 Kilometer herausstellte. Trotz Gehpausen. 
Also dann die Begenungsstrecke nach oben. Und während ich hoch spazierte liefen mir drei schnellere Läufer entgegen und Richtung Ziel. So weit vor mir waren die garnicht. 



Oben dann kurz die Aussicht genoßen und dann schnell weg von dem eisigen Wind und hinab die Weinberge ins Ziel. Die vier Kilometer waren zwar etwas schmerzhaft und meine Oberschenkel reibten aber auch die gingen vorüber. Dann die letzte Brücke und abbiegen ins Ziel. Die Uhr zeigt etwas über 56 Kilometer und noch deutlich un 5:30h. Viel mehr als ich erwartet hatte.

Auch wenn ich dieses Mal weite Teile alleine unterwegs war war es wieder ein tolles Erlebnis und ein guter Test für's neue Jahr.
Die Zeiten varierten übrigens zwischen 5:06 und 10:26h. Und das ganze soll nächstes Jahr wieder stattfinden. Auch mit dir?


Bis dahin:
Die 20km am Folgetag waren wunderbar zum Auslaufen

Markus

Donnerstag, 23. November 2017

Nur eine Zahl

Hallo,

wie viel man so läuft ist wirklich von vielen Faktoren abhängig:

Wie gesund bin ich?
Habe ich mich verletzt im Laufe des Jahres?
Habe ich Zeit um regelmäßig laufen zu gehen?
Lässt meine Kondition und Kraft längere Läufe zu?
Wie kann ich laufen mit der Familie vereinen?
Plane ich gerade einen Wettkampf?
Läuft es mal wieder nicht und brauche ich eine Pause vom Laufen?
...

Und obwohl nicht alles rund lief bei mir dieses Jahr habe ich bereits jetzt mein Ziel erreicht. Nein, leider kein Marathon in unter 3 Stunden. Auch nicht gesund durch das Jahr kommen, denn noch stehen ein paar Wochen an...
Ich habe meine geplanten und gewünschten Jahreskilometer für 2017 erreicht. Ein Ziel das ich mir Jahr für Jahr stelle und bisher immer nicht erreicht habe. Weil eben doch ambitioniert. Auch für mich.

3000 Kilometer sollten es werden.

3000 Kilometer voller Freude, Erschöpfung, Lust und Leidenschaft sind es nun auch bereits geworden.

Gekrönt wurde dieser Jubiläumslauf mit einer perfekten Mischung durch Schrebergärten, auf Kopfsteinpflaster, durch den Wald auf Trails, hügelig hinauf zum Aussichtspunkt und hinab durch Weinberge mit langsameren und schnelleren Kilometern bei wunderschönem sonnigem Novemberwetter wie es eben rundum nicht besser sein konnte.




Bis dahin:
Ich bin dankbar für diese erlebte Zeit und Kilometer

Markus

Montag, 13. November 2017

Wenn's draußen anfängt zu schneien ...

Hallo,

zwar habe ich vor drei Jahren geschrieben dass es ein einmaliges Ereignis war dass ich drinnen laufen, aber am gestrigen Tag war ich über den Umstand nicht ganz undankbar.
Zum zweiten Mal startet ich beim TÜV Rheinland Indoor Marathon in Nürnberg. 55 Runden durch die Prüfanstalt, im Obergeschoss hin, über 22 Treppenstufen eine Etage tiefer, dort ab zur Verpflegungsstelle und weiter bis zum nächsten Treppenhaus, wieder 22 Treppenstufen nach oben und zurück zum Startbereich. 767 Meter pure Lauffreude. Vor allem auf den ersten Runden.
Danach war ich immer froh wieder im Startbereich zu sein. Bei lauter Musik, beim Piepsen meiner Uhr wenn ich wieder eine Runde abdrückte um nicht mitzählen zu müssen und bei meiner Familie die mich begleitete.
Schon früh merkte ich an diesem Tag dass es für mich zäh werden würde. Selbst das reichhaltige Essens- und Trinkangebot alle paar Meter half mir nicht so sehr wie gehofft. Aber ich schleppte mich über die Runden. Eigentlich wäre ich gerne unter 3:30 h gelaufen, aber das war am heutigen Tag utopisch und schon nach der Halbmarathonmarke lief ich Rundenzeiten die nicht mehr auf eine solche Endzeit hindeuteten. Die Treppen nach oben wurden immer länger und irgendwann nahm ich mir vor zumindest bis Runde 40 durchzulaufen. Und so hatte ich erstmal ein Ziel.
Runde 40 kam und dann auch die 41, 42, 43, 44, 45. Aber danach wurde mir fast der Stecker gezogen. Immer im Treppenhaus wurde es mir nun schwindelig. Auch viel Cola half nur bedingt weiter so dass ich nun immer längere Gehpausen einlegte und es nur noch gesund ins Ziel bringen wollte.

Die letzten Runden zählte ich dann auch runter und als es in die letzte Runde ging und ich mitbekam wie sich Läufer mir hinter vom Personal ebenso verabschiedeten um ins Ziel zu laufen beschleunigte ich nochmal. Zumindest etwas Ehrgeiz war noch vorhanden. Und nach einem Zielspurt und einer längeren Pause dort war ich froh nach 3:48:57 h und 455 Höhenmeter = 1210 Stufen im Ziel zu sein.

Langweilig wurde es mir auf der gesamten Strecke wieder einmal nicht. Auch wenn man irgendwann jeden Winkel kennt so ist es doch spannend ständig jemanden vor sich zu haben den man vielleicht doch noch überholen kann. Und auch die Laufstile lassen sich spitze analysieren. Gerade Barfuß kam man wunderbar auf dem warmen Boden auf seine Kosten. Denn während es draußen zeitweise wirklich schneite konnten wir alle leicht bekleidet unsere Runden ziehen.  Tolle, wenn auch sehr kraftraubende Idee!

Hier noch zwei Videos von gestern (Auf einem bin ich zu finden):




Bis dahin:
Schwindelig ist's mir nicht mehr

Markus