Montag, 26. September 2016

Über 7 Brücken, oder eben auch mehr, musst du gehen...

Hallo,

vor zwei Jahren lief ich den ersten Remstal Marathon von Waiblingen nach Schwäbisch Gmünd. Damals bei sommerlichen Bedingungen endete es für mich in einem Fiasko.
Nach einem Jahr Pause sollte nun dieses Jahr die zweite Austragung stattfinden. Dieses Mal in die umgekehrte Laufrichtung, also tendenziell immer den Fluss Rems entlang abwärts.

Also von hier...                                                                                                                 .... nach hier













Nachdem ich bereits am Freitag meine Startunterlagen abgeholt hatte ging es Sonntag früh mit einem Shuttlebus von meiner Heimatstadt Waiblingen zum Start nach Schwäbisch Gmünd.
Ziemlich frisch war es morgens noch doch sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen dass es im Tagesverlauf mit 25°C wieder sehr sonnig und fast zu warm werden sollte. Der Vorteil dieser Strecke bestand jedoch darin die Sonne fast die ganze Zeit im Rücken zu haben. Trotzdem sollte ich es schaffen im Gesicht Sonnenbrand zu bekommen :-)

Pünktlich um 9:30h fiel dann für 120 Marathon Staffeln, 700 Halbmarathon Läufer und 400 Marathon Läufer zeitgleich der Startschuss. Zum ersten Mal hatte ich mich nicht zu weit vorne positioniert sondern es vorgezogen lieber entspannt laufen zu wollen. Zu gewinnen sollte es für mich sowieso nicht zu geben und ich fühlte mich auch nicht richtig zu trainiert.
Nichtsdestotrotz überholte ich am Anfang einen Läufer nach dem anderen. Erstmal freilaufen war wie so häufig notwendig. Dies war in diesem Fall auch sehr gut so denn auf den ersten beiden Kilometern sollten ein paar Engstellen kommen. So lief ich entspannt, aber dennoch zügig weiter. Bald hatte sich eine kleine Gruppe gefunden und beim Blick auf die Startnummern konnte ich feststellen, dass ich nur von Halbmarathonläufern und Staffeln umgeben war.
Bis zur ersten Wechselstelle der Staffel und damit auch der ersten Stimmungshochburg ließ ich es dann einfach laufen. Ich hatte Bock darauf und fühlte mich gut. Und der psycholgische Vorteil sozusagen "nach Hause" zu laufen war schon sehr geil. Außerdem wußte ich dass bei Km 26 meine Familie das erste Mal warten sollte und wollte dort nach 2 Stunden zur ausgemachten Uhrzeit sein. So flogen die Kilometer an mir vorbei, ebenso wie vereinzelt gerade gestartete Staffelläufer. Und die Halbmarathonläufer beim Zielspurt. Diese waren dann bei 1:35h im Ziel und um mich herum war es plötzlich ziemlich leer. Hinter mit dann noch 2 Läufer und ansonsten Stille. Wo gerade noch eine Zielparty stattgefunden hat lief ich jetzt durch ein Industriegebiet und suchte neue Motivation. Die fand ich aber in den noch 5 Kilometern bis zu meiner Familie.
Ein Wort zur Strecke. Einerseits durch die Ortschaften und Städte entlang des Remstals wo teilweise gigantische Stimmung war so dass ich Gänsehaut bekam, dann wieder entlang Streuobstwiesen und dann gab es leider auch die Abschnitte wo es durch Industriegebiete ging oder entlang der Bundesstraße. Doch all das störte mich nicht. Auch nicht dass ich ab jetzt die Strecke fast auswendig kannte. Denn als ich mich gerade langsam darauf einstellen wollte das bald meine Familie am Wegesrand steht hörte ich Rufe nach mir. Sie standen schon hunderte Meter vorher da und ich bog erstmal kurz zu ihnen ab. Kurzer Plausch, 2 Riegel geschnappt und weiter ging's.

Verpflegung war in der Zwischenzeit auch wirklich nötig. Zwar gab es an der Strecke Wasser, Iso und später auch Cola. So essen jedoch Bananen und Äpfel und das ist beim Laufen nicht so meines. Also erstmal n Riegel und gestärkt und immer noch mit richtig viel Lust am Laufen ging es weiter. In 10 Kilometer sollten sie wieder am Rand stehen.
Bis dahin sammelte ich einen Läufer nach dem anderen ein und mir fiel auf, dass ich außer von einigen Staffelläufern noch von niemanden überholt wurde. Zwar ging meine Pace nun doch eher in Richtung von 4:45 min/km aber immer noch schnell genug.
Die Kilometer verflogen und ich warte auf den Einbruch. Auf den Mann mit dem Hammer. Zwischendurch noch mal einen Riegel und immer viel trinken und weiter ging es. Als dann selbst bei Km 36 noch alles wunderbar war dachte ich kurz über eine Endbeschleunigung nach ließ es dann jedoch aufgrund des inzwischen heißen Temperaturen lieber sein.


Lieber Schritt für Schritt gleichmäßig ins Ziel laufen. 
Dies ging bis Km 40 richtig gut. Dann merkte ich wie meine Oberschenkel zu machten und ich langsamer wurde Nicht stehenbleiben dachte ich mir und lief die letzten 2 Kilometer eben erstmal mit einer Pace von über 5 min/km. Na und?
In der Zwischenzeit kannte ich fast jeden Stein der Strecke und trotzdem wurde auch ich von der Streckenführung überrascht. Die ganze Zeit habe ich ich gezählt wie oft wir über die Rems liefen und irgendwann war mir klar da kommt nichts mehr. Und so hatte ich meinen Ohrwurm... "Über 7 Brücken musst du ...." :-)
Nunja, wäre da nicht die Streckenführung. Auch wenn wir bereits auf der Seite des Ziels waren so sollte es 1 Kilometer vorher nochmals hinüber gehen um dann 200 Meter vor dem Ziel wieder hinüber zu laufen. Eigenwillig, aber okay. 
Doch dann mein emotionaler Höhepunkt. Letzte Kurve. Meine Familie steht da. Ich klatsch meinen Großen ab, nehme ihn an die Hand und laufe mit ihm weiter. Doch nicht weit, dann wollte er nicht mehr. 100 Meter vor dem Ziel und 100 Meter von meiner Frau entfernt war stehen lassen keine Alternative. Also ab auf meine Schultern mit ihm und weiter gelaufen. Einen Tipp an alle: Das ist Oberschenkeltraining vom feinsten. Im Laufschritt ging es dann über die Ziellinie. 












Im Ziel erstmal kurz durchschaufen und dann lachen. So gut wie noch nie war ich so entspannt und vor allem so fröhlich einen Marathon gelaufen! Ich konnte es selbst nicht glauben.
Noch jetzt bin ich sprachlos wenn ich daran denke wie ich durchlaufen konnte, wie gut es mir auf der Strecke ging und wie viel Spaß ich hatte. Und bis zum Ende wurde ich nicht überholt.

Im Ziel dann zuerst einmal ausgiebig gestärkt, eine Massage genossen und geduscht. Nach gutem Essen hing dann auch eine Ergebnisliste aus und ich durfte erfreut feststellen das ich mit meiner Zeit von 3:17:34 h 16 gesamt und 2. meiner Altersklasse wurde. Also auch noch auf die Bühne, ein kleines Präsent und eine Urkunde abholen und diesen rundum perfekten Tag für mich abschließen.












Bis dahin:
So muss der Marathon laufen!

Markus

Montag, 12. September 2016

Marbacher Gassenlauf wird zu unserem Familienlauf

Hallo,

2 Jahre ist es her dass ich beim Marbacher Gassenlauf war und dort auch die kleinsten rennen sehen konnte. Und dieses Jahr kamen wir als Familie zurück.
Zuerst durfte mein Sohn bei den 4jährigen und Jünger über 350 Meter starten. Meist an meiner Hand ging es über die Strecke. Zwischendrin mit Pausen um den Zuschauern zu erklären das er hier gerade rennt. Und mit ganz viel Spaß. Im Ziel wollte er gar nicht aufhören und am liebsten mit Papa auch seinen Lauf bestreiten. Aber die 10,5 km wären dann, selbst auf meinen Schultern, zuviel gewesen.


So sollte es dann kurze Zeit später am Samstag Nachmittag bei noch über 30° C für mich zur Sache gehen. 3 Runden mit je über 50 HM durch die Marbacher Altstadt standen auf dem Programm. Etwa 200 Starter rannten mit mir pünktlich los und durften zuerst einmal bergab laufen. 
Einfach laufen lassen war erstmal meine Devise und mal schauen was geht. Hatte ich doch in den letzten Wochen ein ordentliches Trainingspensum und auch am Vormittag noch im Garten gearbeitet. 
Durch die engen Gassen mit vielen Richtungswechsel stürzten wir uns hinab und kurz darauf ging es dann auch die erste Steigung an. Eine von drei heftigen. Nicht lang, aber steil. Und die flachen Abschnitte zwischendrin reichten nicht um den Puls auf einen angenehmen Wert zu bekommen. Egal, Vollgas. 
In der erste Runde konnte ich mich so auf eine 4köpfige Gruppe heranziehen und diese auch überholen. Einer dieser war dann auch der Sieger auf der ein Runden Distanz, aber ich durfte noch weiter. Glücklicherweise wieder bergab und so konnte ich wieder Kräfte sammeln. Am tiefsten Punkt angekommen stand ein Zuschauer und rief mir zu ich sei 5. Was ich aber schon 200 Meter nicht mehr war denn da trat hinter mir einer an und ich konnte nicht mehr mitgehen. Die Steigungen auf dieser Runde machten mich fertig. Soviel trinken konnte ich gar nicht wie ich wollte. Und auch die duzend mit Wasserpistolen bewaffneten Kinder unterwegs gaben nicht genügend Abkühlung. Da kam ein Gartenschlauch gerade recht und frisch geduscht ging es weiter. 
Trotzdem musste ich nochmals einen Läufer ziehen lassen und fand mich in der dritten Runde auf Platz 7 wieder. Jetzt wollte ich diesen aber auch halten und entdeckte hinter mir auch erstmal keinen anderen mehr. Nun kam es auch zu Überrundungen und die Sache wurde etwas komplizierter. 
Als es dann wieder an die Steigungen ging sagte ich mir nur noch dieses eine Mal und zog es einfach durch. Läufer für Läufer überholte ich und als ich oben war und noch eine flache 300 Meter Schleife zu laufen war drehte ich mich erst wieder um. 100 Meter hinter mir der nächste Läufer. Das sollte reichen. Und so war es auch. Als 7. kam ich nach 43:33 min ins Ziel und konnte mich noch über den 3. Platz der AK und einen leckeren Wein freuen. 
Aber zuerst brauchte ich mal Wasser. Erst zum Trinken und dann, da die Umkleiden und Duschen in einem Hallenbad waren gab es ein Sprung direkt ins leere Becken. Kurz darauf zogen noch viele nach und ich freute mich auf die Siegerehrung und das Ausklingen dieses sportlichen Nachmittags beim Griechen.





Bis dahin:
Ab und an Vollgas darf sein

Markus