Sonntag, 30. November 2014

Trails und Belohnung

Hallo,

wir unterbrechen diesen Blog für eine wichtige Mitteilung: Markus ist weder erschlagen worden noch erfroren.

Gestern ging es mal wieder etwas wilder zur Sache. Durch 2 Wälder / Waldabschnitte und die verbindenden Asphaltstücke sollte es gehen. Und es ging wild zur Sache.
Das Trails gerne mal matschig, anspruchsvoll und abwechslungsreich sind ist ja gut, aber dass sie so unwegsam sind wir gestern war mir dann doch neu. Da muss wohl der Sturm vor ein paar Wochen doch heftigere Schäden hinterlassen haben wie gedacht. Denn gleich an drei Stellen ging es sehr unwegsam zur Sache. An ein flüssiges Laufen war zwar nicht zu denken, aber das war in diesem Moment auch nicht so wild. Das war ein Hindernisslauf ganz ohne zu viele Teilnehmer, störende laute Musik und Werbung. Einfach die pure Natur. Sowas erlebt man wohl nur im Herbst. Vor allem deswegen weil es vollständig menschenleer war. Nicht mal die Zweibeiner mit ihren vierbeinigen Freunden trauten sich wohl raus.  




Und nun zum zweiten Teil der Mitteilung: Ja, bei mir ist alles gesund und voll funktionstüchtig. Auch meine innere Temperaturanzeige. Und die zeigte gestern nochmal eindeutig auch kurze Hose. Warum auch nicht? Nach einem Kilometer war mir so warm dass ich es kaum noch bemerkte. 
Unterwegs meinte zwar mal kurz ein Mountainbikefahrer: "Dir kann es auch nicht kalt genug sein", aber wenn man sich bewegt geht das ganz gut. 
Nur einen Nachteil hatte diese kurze Hose. Irgendwann wurde es nämlich so verwildert, dass ich vor einem Weg mit Brennnesseln stand. Ach komm Markus, es ist Ende November, da brennen die doch nicht mehr. Denkste! Die brannten! Und wie! Und zwar bis ich irgendwann eingeschlafen bin abends zu hause. 










Aber zu Hause war der Schmerz nach der warmen Dusche erstmal, zumindest kurz, vergessen. Denn es gab Gutsle, also Plätzchen, natürlich selbst gebacken. Und glaubt mir, wenn ich die alle vernichten will muss ich noch häufig diesen Herbst / Winter raus und viel laufen :-)


Bis dahin:
Einen schönen ersten Advent

Markus

Mittwoch, 26. November 2014

Kräftigungsübungen für Läufer ohne Geräte

Hallo,

solange wir fit und gesund sind laufen wir. Wir laufen um uns wohl zu fühlen, um abzunehmen, weil es Genuss ist oder um sportliche Ziele zu erreichen. Dass und etwas fehlt wenn wir nicht laufen gehen können merken wir erst dann wenn wir verletzt sind. Und damit genau das nicht eintrifft darf der Körper nicht nur einseitig mit Laufen belastet werden sondern braucht auch etwas Krafttraining.

Insbesonderes die Rumpfmuskulatur wird hierbei stark vernachlässigt. Dabei ergeben biomechanische Untersuchungen der Laufbewegung und vergleichende Tests, dass ein Training der Rumpfmuskulatur und eine Steigerung der Laufleistung eng zusammenhängen. Im Einzelnen sind bessere Kraftübertragung, aufrechterer Laufstil ohne Körperrotation und weniger Ermüdung die wesentliche Vorteile.

Welche Übungen es gibt um seine Rumpfmuskulatur zu kräftigen möchte ich euch zeigen.
Außerdem einige weitere Übung einfache und effektive Übungen, die für Läufer sinnvoll sind.


1. Vorderer Unterarmstütz

Der vordere Unterarmstütz gehört zu den einfachsten und effektivsten Übungen. Hierbei stütz man sich mit seinen Unterarmen und den Zehen ab und hält diese Position statisch. Wichtig hierbei ist eine gerade Körperhaltung mit der gesamten Wirbelsäule. Sprich: Blick nach unten und kein Buckel oder Hohlkreuz!
Verharren solltest du in dieser Position so lange wie möglich. Du wirst auch relativ schnell feststellen, dass du große Verbesserungen erzielst wenn du die Übung regelmäßig ausführst.











Varianten:
Etwas anspruchsvoller wird es wenn man abwechselnd für jeweils 5 - 10 Sekunden das linke und rechte Beine anhebt.
Um diese Übung noch weiter zu steigern kann parallel zum Bein anheben auch der gegenüberliegende Arm angehoben und gerade nach vorne ausgestreckt werden. Also z.B. linkes Bein und rechter Arm.

Kräftigt die Rumpf- und Schultergürtelmuskulatur, sowie die gesamte Muskulatur der Körpervorderseite


2. Seitlicher Unterarmstütz

Beim Seitstütz wird eine gerade Körperhaltung eingenommen, bei der sich seitlich auf einem Unterarm (und Hand) sowie der Fußaußenseite des gleichseitigen Fußes abgestützt wird.
Hier ist ebenso sehr wichtig, dass der Körper dabei nicht durchhängt!
Nachdem du diese Übung auf der einen Seite durchgeführt hast ist genauso lange die andere an der Reihe.











Variante:
Solltest du dein Gleichgewicht nicht halten können und nach vorne oder hinten kippen kannst du den oberen Arm dazu einsetzen dein Gleichgewicht auszubalancieren.
Auch hier ist es wieder möglich die nicht eingesetzten Arme und Beine einzusetzen. Das oben liegende Bein kann angehoben werden und der Arm über den Kopf geführt werden. Diese Position jeweils einige Sekunden halten und dann in die Ausgangsposition zurückkehren.

Kräftigt die seitliche Rumpf- und Bauchmuskulatur.


3. Hinterer Unterarmstütz

Hierbei stützt man sich in der Rückenlage auf den Unterarmen und den Fersen ab.
Die Ellenbogen befinden sich senkrecht unterhalb der Schulter. Wenn eine Spannung in Bauch, Rücken und Hintern aufgebaut ist drückt man sich ab und hebt den Körper in einer geraden Linie vom Boden ab.
Diese Übung ist von den drei Unteramrstützen die anspruchsvollste.












Variante:
Auch hier kannst du abwechselnd eines der Beine anheben.

Kräftigt die Rumpf-, insbesondere Bein und Gesäßmuskulatur.


4. Liegestütz

Gestartet wird die Übung indem du bäuchlings auf dem Boden liegst, die Hände schulter breit auseinander positionierst, Körperspannung aufbaust und dich dann mit deinen Händen vom Boden abdrückst bis diese fast gestreckt sind. Eine fertige Liegestütz hast du dann erreicht, wenn du dich langsam und kontrolliert wieder absenkst bis die Ellenbogen auf Schulterhöhe sind.











Varianten:
Auch hier ist es möglich die Übung einbeinig oder -armig auszuführen.
Eine einfachere Variation ist es jedoch einfach die Armhaltung zu verändern. Einfach mal beide Hände ganz zusammen auf dem Boden positionieren oder die Arme extrem breit auseinander positionieren.

Um diese Übung zu vereinfachen gibt es folgende Möglichkeiten:
- Statt mit den Zehen bist du mit den Knien auf dem Boden und führst die Übung aus
- Du machst die Übung indem die Arme höher liegen als die Beine. Also Zehen auf dem Boden und Arme auf der Couch z.B.

Du kannst diese Übung aber natürlich auch erschweren:
- Wenn du die Beine erhöht hast du die Arme auf dem Boden z.B., also Beine auf Couch und Arme auf dem Boden.
- Drücke dich so dynamisch vom Boden ab, dass du in der Luft klatschen kannst du dich dann wieder sauber und kontrolliert mit den Armen auffangen kannst.

Kräftigt die Schulter-, Oberarm-, Bauch- und Rückenmuskulatur.


5. Crunches

Auch bekannt als Sit-ups. Wichtig ist hier die korrekte Ausführung!
Beine anwinkel und Füße flach auf den Boden stellen. Die Hände am besten an die Schläfe, aber nicht damit den Kopf hochziehen. Während du den oberen Rücken anhebst ausatmen, beim hinunter gehen einatmen. Immer langsam und bewusst ausführen. Zuviel Dynamik ist hier fehl am Platz!












Varianten:
Je weiter du die Arme nach hinten streckst umso schwer wird die Übung. Also z.B. die Arme gerade über den Kopf strecken.
Eine weitere Möglichkeit diese Übung etwas anspruchsvoller zu gestalten ist es wenn du die Beine in der Luft hälst. Also entweder nur ein wenig anheben oder die Beine anwinkeln und einen 90° Winkel zwischen unteren Rücken und Oberschenkel sowie zwischen Oberschenkel und Unterschenkel haben. Wichtig bei diesen Varianten ist, dass du mit den Beinen nicht mitschwingst!

Kräftigt die Bauchmuskulatur.


6. Beidbeinige Kniebeuge

Aus einem geraden, etwa schulter breiten Stand erfolgt eine langsame, fließende Beugung der Knie bei der gleichzeitig das Beckan nach hinten unten abgesenkt wird, also wolle man sich auf einen Hocker setzen.
Ist eine korrekte Bewegungsausführung gewährleistet sollte die Absenkung des Beckens so tief wie möglich erfolgen. Anschließend erfolgt in etwa gleicher, nicht zu schneller, Geschwindigkeit die Rückkehr in die Ausgangsstellung.














Kräftigt die Gesäß- und hinter Oberschenkelmuskulatur.


7. Lunges

Locker die Beine hüftbreit auseinander stellen. Geh mit dem rechten Fuß einen Schritt nach vorne und stütze die Arme locker in die Hüfte. Beuge jetzt beide Beine und bewege das linke Knie in Richtung Boden. Das rechte Knie muss hierbei immer hinter der Fußspitze bleiben!
Anschließend wieder langsam nach oben drücken.
Nachdem du die eine Seite trainiert hast wechselst du auf die andere Seite.


Kräftigt die Gesäß-, hinter Oberschenkel- und Rückenmuskulatur.


8. Brücke

In der Ausgangslage liegst du auf dem Rücken, die Beine sind angewinkelt. Nun das Becken vom Steißbein her anheben und die Wirbelsäule "Wirbel für Wirbel" nach oben aufrollen, bis der Oberkörper mit dem Standbein eine Linie bildet.

Kräftigt die Gesäß-, hinter Oberschenkel- und Rückenmuskulatur.



Bei allen Übungen ist es wichtig, dass du diese korrekt ausführst. Verzichte lieber auf weitere Wiederholungen oder ein längeres halten in der statischen Position. Für den Anfang genügen bis zu 20 Wiederholungen und 20 Sekunden halten in der Ruheposition vollkommen. Steigere dich wenn du dich bereit dazu fühlst. Und vergiss während den Übungen das Atmen nicht.

Aus diesen Übungen lässt sich auch sehr einfach ein kleines Zirkeltraining aufbauen. Einfach 20 bis 30 Minuten Zeit investieren und jede Übung inklusive der Wiederholungen 3 Mal durchführen. Mehr als zwei Mal pro Woche ist dies auch nicht notwendig und dann wirst du gekräftigt laufen gehen können!


Bis dahin:
Unser Körper ist unser Kapital!

Markus

Donnerstag, 20. November 2014

Kind an Bord

Hallo,

gestern hatte ich einen richtig streßigen Tag auf Arbeit. Doch trotzdem musste ich zeitig raus um auf meinen Kleinen aufzupassen. Um jedoch mal richtig den Kopf frei zu bekommen musste ich einfach raus an die frische Luft. Und auch mein Kleiner sah so aus als ob er nichts dagegen hätte. Aber immer nur spazieren gehen? Langweilig. Lass uns also probieren mit dem Kinderwagen laufen zu gehen.

Vorgenommen hatte ich mir nur eine kleine 6 Kilometer Runde mit relativ wenig Höhenmetern und vor allem durchweg asphaltiert. Da ich jedoch zuerst einmal 500 Meter bergan laufen musste und dabei maximal eine Hand frei hatte zum Schwung holen kam ich dabei schon merklich ins Schnaufen und zum Schwitzen. Schuld daran waren dann auch die etwa 27 Kilogramm die ich vor mir her schiebte. Wow, war wirklich anstrengend. Doch glücklicherweise ging es dann schon bald abwärts und ich konnte es ein wenig rollen lassen. Trotzdem pendelte sich "nur" ein Schnitt von 5 min/km ein.


Meine Perspektive beim Laufen










Nach einiger Zeit schaute ich dann auch mal bei meinem Kleinen vorne rein da er bis zu diesem Zeitpunkt komplett geräuschlos da saß. Und was sehe ich da: Entweder konnte er meine Fahrweise und Geschwindigkeit nicht mit ansehen oder war einfach zu müde. Auf jeden Fall hat er sich seine Mütze über die Augen gezogen :-)


Unterwegs durfte und musste ich dann feststellen, dass die Wege doch alles andere als sauber sind. Vom umpflügen der Äcker, der Ernte der Rüben und des Mais waren die Feldwege ziemlich verschmutzt und der Dreck flog nur so durch die Zentrifugalbeschleunigung der Räder hoch. Zuerst dachte ich es betrifft nur meine vorderen Oberschenkel, die ansonsten fast immer sauber bleiben. Nein, später durfte ich auch feststellen, dass der Kinderwagen eine schwarze Gepardenfärbung erhalten hat und die Jacke meines Kleinen ziemlich dreckig geworden ist. Aber hey, der Spaß wars wert und sauber gemacht ist gleich :-) 



Für mich war es auf jeden Fall ein großer Spaß, der nach Wiederholung schreit. Der Kinderwagen mag zwar nicht ganz dafür geeignet sein, aber es geht trotzdem. 
Und das Zusatzgewicht ist ein richtig gutes Krafttraining und fördert mich noch mehr.

Bis dahin:
Frische Luft für 2. Mehr geht nicht.

Markus

Freitag, 14. November 2014

Herbstlauf

Hallo,

endlich ist es auch bei mir so richtig Herbst. Nachdem ich jedoch die letzten Woche vermehrt auf Asphalt oder eben Indoor verbracht habe musste ich endlich mal wieder raus in den Wald. Der erste etwas längere Lauf nach dem Marathon vom Sonntag stand an. 
Nach 3 Kilometer Anlauf auf dem Weg zum Wald erwartete mich dann ein matschiger, bunter und blätter bedeckter Weg. 

Die Blätter sind größtenteils schon hin abgefallen und bilden einen schönen Untergrund zum Laufen. Gestern zufällig auch noch gelesen, dass pro Laubbaum 30.000 - 50.000 Blätter hinabfallen. Diese waren zwar durch den Regen der vergangen Tage etwas rutschig, aber besser zu laufen als der matschige Trampelpfad am Rand. Und so zog ich auf dem ehemalige Trimm-Dich-Pfad, er leider nicht mehr vorhanden ist, meine Runden. Erst langsam und vorsichtig, aber nachdem ich unter den Blättern einige Matschlöcher gefunden hatte, meine Schuhe, Waden und Schienbeine so richtig dreckig waren dann auch schneller. Dann machte es auch tierisch Spaß jedes Schlammloch mitzunehmen und den Dreck bis zu den Schultern hochspritzen zu lassen. Leider habe ich aber verpasst daheim von meiner Jackenrückseite ein Bild zu machen. Die braunen Flecken ergaben wirklich ein schönes Kunstwerk auf der Rückseite :-)


Bis dahin:
Genieße den Herbst

Markus

Montag, 10. November 2014

Mein Indoor Marathon in Nürnberg

Hallo,

Sonntag 9. November 2014. 
25 Jahre Mauerfall. 
25 Jahre ein 3:0 des VfB Stuttgart gegen den FC Bayern München. 
10 Jahre Indoor Marathon in Nürnberg. Und genau da war ich.

Während ich um Halb 8 bei meinem Auto die Scheiben freikratze und mich dann bei 1°C ziemlich leicht bekleidet auf dem Weg nach Nürnberg mache umkreisen meine Gedanken das was noch kommen mag an diesem Tag. Ein Marathon.
Aber nicht irgendein gewöhnlicher Stadt- oder Landschaftslauf. Nein, ein Indoor Marathon in den Räumlichkeiten des LGA sollte es sein. Und weil kein Gebäude der Welt wahrscheinlich 42, 195 km am Stück hat müssen hier Runden zurückgelegt werden. Für die Marathonläufer sind das 55, für die Halbmarathonläufer 27. Jeweils mit einem kleinen Versatz zum Ziel so das auf die exakte Distanz gekommen wird. Denn die Strecke ist sogar vermessen.
Nun gibt es da nur ein Problem. Auf einem Stockwerk ist das vor Ort nicht zu bewältigen. Und immer auf den Aufzug warten wäre auch blöd. Also Treppen laufen. 55 Runden lang. Jeweils 23 Stufen runter und eine halbe Runde weiter auch wieder 23 Treppenstufen hoch.  Ergibt dann übrigens 455 Höhenmeter. 
Was habe ich mir da nur angetan?

In Nürnberg bin ich dann rechtzeitig angekommen und war ziemlich froh, dass heute im warmen gelaufen werden sollte. Aber erstmal hieß es dir Räumlichkeiten besichtigen, Startnummer abholen und die Atmosphäre aufsaugen.


Die LGA, unser "Laufgebäude", von außen


Der Zielbereich und eine kurze Begegnungsstrecke mit dem Zuschauerbereich



Die Langen Flure unserer Laufstrecke. Noch menschenleer.



Die Treppen. Gut gesichert. Aber trotzdem angst einflößend.


Pünktlich um 11 Uhr ging es dann auch los. Und wie. Jeder wollte sich für die erste Treppenpassage eine gute Ausgangsposition schaffen. Entsprechend eng war es dann auch. Aber trotzdem gut zu laufen. Und so schnell wie wir losgelaufen waren waren wir auch schon wieder im Zielbereich. Nur noch 54 Runden. 
So zügig ging es aber nur die ersten 3 Runden zu. Zumindest bei mir. Dann besonn ich mich und nahm an Tempo raus. Ich brauche hier keine Bestzeit laufen. Das wäre sowieso utopisch!

Also jetzt mal in Ruhe die Strecke genau anschauen. Nach dem Zieldurchlauf geht es in den Zuschauerbereich. Dort dreht man eine 180^° Kurve und läuft dann wieder zurück. In diesem Bereich steht auch eine Videoleinwand auf der in jeder Runde die aktuelle Zeit und Platzierung von einem steht. Und das wichtigste: Wieviele Runden schon gelaufen wurden und noch zu laufen sind. Außerdem spielt hier eine Samba-Band. Und wenn die eine Pause benötigt wird Musik einegespielt. Aber auch ohne diese ist dort grundsätzlich mächtig Stimmung. EQs sind ja auch dauerhaft Läufer da. Und die Wechselzone der Staffeln (8 Personen für den Marathon) befindet sich auch dort.
Dann also wieder raus aus dem Zielbereich und rein auf den Flur. Hier oben ist dieser mit Teppich ausgelegt und wunderbar zu laufen. Am Ende dieses geht es links die Treppe hinab und unten wieder zurück. An einer 90° Kurve unten ist dann eine Verplegungsstelle mit Wasser, Iso, Cola, Bananen, Äpfel, Riegel und TUC-Keksen aufgebaut. Und auf dem weiteren Flur stehen dann Behälter zum Entsorgen der Becher bereit. Wunderbar durchdacht. Außerdem einer, der zum Wischen jederzeit bereit ist. Fast wie beim Curling. Und da es hier unten Polyester-Boden hat ist es auch nicht schlimm wenn mal was daneben geht. Am Ende dieser Geraden ist wiederum Musik aufgebaut. Und zwar sehr laute. Aber dort auch sehr wichtig. Denn hier geht es die Treppen hoch. Und so wird das Treppenhaus ordentlich beschalt. Oben dann noch den Flur lang, links abbiegen und eine Runde ist geschafft. Und das waren eben etwa 770 Meter.

Ich hatte im Vorfeld des Marathons natürlich ausgerechnet wie lange ich pro Runde benötigen darf um auf diese oder jene Endzeit zu kommen. Aber diese Zahlen hatte ich auch ganz schnell wieder vergessen. Stattdessen genoss ich es zu laufen. Eine Runde nach der anderen. Und schneller als ich mich umschauen konnte war die ersten 20 auch schon gelaufen.

Das wunderbare an den kurzen Runden war auch das man sich jederzeit verpflegen konnte. Und nicht erst nach 5 km wie bei so vielen Marathons. Hatte ich es in einer Runde verpasst was zu trinken lief ich eben in der nächsten Runde dort hin. Ebenso verhielt es sich bei einem Stau dort. Und in einer Runde leckere Kekse essen und diese in der folgenden dann hinunterspülen ging wunderbar. 
Und hier die Memo an alle anderen Veranstalter: TUC-Kekse sind der Renner bei Marathonläufern :-)

Nach 27 Runden war dann die Hälfte geschafft. Aber bemerkt habe ich das da gar nicht. Erst Runden später dann. Etwa bei Runde 35 dann. Denn da wurde es dann plötzlich ziemlich zäh. Ich versuchte zu diesem Zeitpunkt noch die Treppen flüssig zu laufen und nicht zu gehen. Denn das wieder anlaufen stellte ich mir sehr schwer vor. Dann lieber hoch quälen. 
In der Zwischenzeit trank ich auch gelegentlich ein Becher Cola. Vielleicht etwas früh, aber lieber so wie einbrechen. Und ich beschloss Zwischenziele einzubauen. In meinen Kopf zählte ich von da an 10 Runden lang Rückwärts. Diese 10 Runden wollte ich unbedingt noch vollständig laufen. Und frühestens danach eine Gehpause einlegen. Dies half dann auch ungemein. Denn ich war bei 4 angekommen und vergaß dann zu zählen. Denn es lief wieder so richtig gut. Wäre es doch da dann wirklich nur noch 4 Runden gewesen. Aber was waren noch 15.
Was mich anspornte war ich die ganze Zeit meine Platzierung lesen zu können. Am Anfang und bis zum HM lag konstant auf dem 10. Platz, eine Runde auch auf 9 und irgendwann auf 11. Aber ich nahm mir vor dort nicht mehr wegzukommen. Bis ich eben um den Zeitpunkt auf 12 abrutschte. Aber nicht mit mir. Ich hatte frischen Wind und zog eine Runde nach der anderen durch. Und lag dann auch wieder auf dem 10. Platz etwa 5 Runden vor Schluss. Und für die letzten 3 Runden hatte ich mir vorgenommen nochmals zu beschleunigen. 
Aber leider wurde es ab hier sehr zäh. Sogar ein leichter Wadenkrampf ließ mich die Treppen hinunter mal zusammen ziehen. Aber Pausen gab es jetzt keine mehr. Es sind doch keine 4 Kilometer mehr. Und 3 Runden vor Schluss meinte ich auch meinen "Konkurrenten" um den 10. Platz ausgemacht zu haben. Und auch dieser wurde schneller. Und so "flogen" wir über die Strecke. Diese war in der Zwischenzeit schon schön leer. Alle Halbmarathonläufer im Ziel und auch die Sieger des Marathons und Staffeln standen schon fest. 
Die letzte Runde begann. Ich hörte wie meinen Mitläufer zugerufen wurde "Noch eine Runde". Da war ich mir dann sicher. Wir beide beschleunigten die Flure hinab. Da zog es wieder in meiner Wade. Und da ich noch 200 km Heimweg vor mir liegen hatte, siegte meine Vernunft. Ich sagte zu ihm ich soll durchziehen ich komme nicht mit und dann unterhielten wir uns kurz. Für ihn sollte es heute der 100. Marathon sein. Glückwunsch dazu. Und Glückwunsch zu deinem 10 Platz! Ich verteidigte Platz 11. Aber nur um 2 Sekunden. Denn an der letzten Treppe wurde ich nochmals überholt und dachte mir schon, dass dies ein Endspurt ist. Diesen konnte ich aber noch abfangen. Na immerhin.

Im Ziel brauchte ich dann erstmal 5 Minuten und einige Schluck Wasser um mich wieder zu berappeln. Anschließend noch ein wenig Cola und leckere Kuchen an der Zielverpflegung. Dann schnell meine Klamotten geschnappt und erstmal eine heiße Dusche genossen. 

Kaum war ich dann wieder an der Strecke gab es auch schon Siegerehrungen. Und der Sieger lief einen neuen Streckenrekord. 2:51h! Wow!

Ich wurde mit 3:47h 11. Gesamt und 5. meiner AK. Damit war und bin ich mehr als zufrieden. 

Zum Abschluss dieser tollen Veranstaltung gab es dann noch eine Massage. Eine Hang zum Masochismus sollte man wohl mitbringen um das genießen zu können :-)


Tipps für die Veranstaltung:

Rechtzeitig anmelden! Es gibt nur 120 Startplätze für Einzelstarter. Der Termin für nächstes Jahr ist der 8. November 2015!

Nicht zu warm anziehen. Zwar sind im Gebäude überall Fenster gekippt, aber es wird ziemlich warm darin. Ein Singelshirt und kurze Hose dürfen es ruhig sein!

Verkleiden! Es gab unterwegs Unmengen an verkleideten Läufern. Und die besten Kostüme sollten auch prämiert werden!

Barfuß laufen! Wenn du schon immer einen Marathon oder eine länge Strecke ohne Schuhe zurücklegen wolltest: Dann hier! Wo sonst hast du solch optimale Voraussetzungen? Ich habe unterwegs mind. 3 Läufer barfuß gesehen.

Und zum Abschluss noch ein paar Bilder von mir beim Marathon:


Fotos: Nobert Wilhelmi für runnersworld.de

Hier gibt es vom Bayrischen Rundfunk noch einen Bericht zum Marathon:
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/blickpunkt-sport-regional/indoor-marathon-100.html


Kurzbewertung Marathon:

Strecke:
Mit den Stufen und den damit verbunden Höhenmetern sicherlich nicht bestzeitenfähig. 15-20 Minuten zur "normalen" Marathonzeit muss man sicherlich hinzuaddieren. Ansonsten sehr kurzweilig und nicht so langweilig wie erwartet.



Organisation:
Spitze! An alles wurde gedacht. Nur ein Bereich zum Taschen abgeben fehlt. 

Verpflegung:
Mehr als ausreichend und eben ständig verfügbar. Die Kantine im Gebäude hat Angehörige auch geöffnet. Und es duftet die ganze Zeit nach Schweinebraten beim Laufen.

Stimmung:
Im Start- und Zielbereich phänomenal. Untereinander auch eine sehr tolle und gelassene Stimmung. 




Bis dahin:
Eine absolute Empfehlung von mir!

Markus 




Meine wohlverdiente Medaille

Mittwoch, 5. November 2014

Es muss nicht immer schön sein

Hallo,

gestern morgen wurde ich mit solch einen wundervollen Sonnenaufgang begrüßt:


Leider durfte ich dann jedoch erstmal 10 Stunden auf Arbeit verbringen und anschließend noch zum Friseur. Da war dann leider keine Zeit mehr für einen Lauf bei solchen grandiosen Bedingungen.
Und das obwohl ich meine Laufsachen die ganze Zeit bei mir hatte. 

Auf jeden Fall habe ich aber genau diese Laufsachen über Nacht gleich im Auto gelassen und so werde ich heute direkt nach Feierabend, der dann hoffentlich früher eintritt als die letzten Tage, zum Laufen aufmachen. Geplant ist zwar nur eine gemütliche Stunde. Aber ich denke ich werde im Bezug auf den kommenden Sonntag und meine Endlos-Treppen noch ein paar Treppensprints in den Weinbergen einlegen. Ansonsten ist mal wieder Tapering angesagt. Also Beine hochlegen und möglichst wenig belasten. Wenn das mal so einfach wäre :-)

Zwar will das Wetter mich heute mit Nieselregen und etwas Wind ärgern, aber nicht mit mir. Raus in die Natur gehe ich trotzdem. Es gibt doch fast nichts schöneres als die Natur jeden Tag auf's neue in eher Vielfalt zu erleben.

Bis dahin:
Eine ruhige Woche

Markus