Montag, 29. September 2014

Mein Remstal Marathon - oder auch: Ein Desaster

Hallo,

gestern war es also, der Remstal Marathon. Direkt vor meiner Haustüre von Waiblingen nach Schwäbisch Gmünd. Und ich war dabei. 
Aber von Anfang an:
Am Freitag war ich noch immer nicht aufgeregt oder nervös. Im Gegenteil: Viel zu entspannt. Allerdings fühlte ich mich durch eine nahende Grippe / Erkältung geschwächt. Aber hey, des ist bestimmt nur die Nervosität. Des gehört dazu. N bißle was genommen, so prophylaktisch aber nix bei gedacht. Am Freitag Nachmittag sogar noch fleißig Äpfel aufgelesen, die es dieses Jahr tonnenweise bei uns gibt.
Samstag morgen dann gleich weiter. Ab zum Äpfel auflesen. Schonung? Brauche ich nicht. Gut, dass wir aber zum Mittag daheim waren. Die Kraft war leider schon fast aufgebraucht. Anstatt dann mit dem Rad zur Startnummerausgabe zu radeln entscheid ich mich dann sogar dafür das Auto zu nehmen. 
Also schnell die Startnummer geholt. Mehr gab es da auch nicht. Keine Läufermesse, Pastparty oder sonst was. Brauche ich auch nicht. 
Daheim dann alles hingerichtet für den Sonntag und zeitig ins Bett.

Am Laufsonntag dann früh raus, etwas gefrühstückt und dann zeitig zum Start. Da war dann auch schon eine Menge los. Ganze 2.400 Läufer sollten heute im Marathon, Halbmarathon oder einer Staffel zwischen 5 - 8 Läufern starten. 
Heute waren dann auch ein paar Stände aufgebaut und so konnte man auch schon vor dem Start etwas trinken. Leider war jedoch ansonsten die Ausschilderung sehr ausbaufähig. Ein großes Durcheinander war es um Toiletten zu finden, Gepäck abzugeben und an der richtigen Stelle zu stehen zum Starten. Auch die Anzahl der Toiletten war viel zu wenig. Es wird ja gar nicht erwartet, dass für jeden eine zur Verfügung steht, aber mehr wie 5 dürfen es schon sein!
Und die Mitarbeiter bei der Gepäckannahme waren auch so überfordert, dass sich 30 Meter lange Schlangen gebildet haben. Ohne Worte.

Nun gut, irgendwann war alles erledigt und es ging nach einigen Grußworten pünktlich los. Ein Wort zum Wetter noch: Keine Wolken am Himmel und schon um 8h waren es 12°C - also schon warm genug zum Laufen. Vorausgesagt waren bis zu 25°C. Und die sollten auch erreicht werden. Mir schwante böses. Aber ich wollte es ja ruhig angehen lassen.

Der erste Kilometer war jedoch einer der schlimmsten. Auf einem viel zu schmalen Weg (max. 2,5 Meter breit) sollten alle Läufer gleichzeitig durchlaufen. Das richtige und entspannte Tempo hier zu finden war unmöglich. Es wurde gerempelt, in die Fersen getreten, aufs Gras und durch die Büsche ausgewichen und alle waren froh als wir nach einem Kilometer auf die breite Straße abbiegen durften:


Die nächsten 5 Kilometer sollte es auf breiten Straßen / Wegen durch Ortschaften gehen. Alles war, wie der gesamte Lauf, durchweg asphaltiert. Ich versuchte mein Tempo zu finden, merkte jedoch dass ich zuschnell unterwegs bin. Aber durch die viele Mitläufer, auch aus der Halbmarathondistanz, war ein Bremsen kaum möglich. Da waren wohl auch meine Nerven etwas zu schwach...
Nach 5 Kilometer sollte es dann auch die erste Verpflegungsstelle geben. Es gab Wasser und ein wenig zu essen (Bananen und Riegel). Zu dem Zeitpunkt vollkommen okay. Wobei das Trinken hier schon wirklich notwendig war! Denn es war richtig heiß. Und wir liefen die ganze Zeit in Richtung Osten, also der Sonne entgegen!
Die 10 Kilometer Marke überlief ich dann nach 44 Minuten. Das war für das was heute geplant war leider viel zu schnell. Und auch meine Beine, die ich sonst bei einem Marathon erst ab Km 25 frühestens spüre, bemerkte ich hier schon deutlich. Dazu beigetragen haben sicherlich zum einen die Tage vorher, aber auch die zahlreichen leichten, aber spürbaren Anstiege während des Laufs.


Aber gut, es nützt ja nichts. Weiter geht es. Ich versuchte also das Tempo um 4:30 min/km beizuhalten und zu schauen was geht. Aber da fiel mir immer schwerer.
Ab Kilometer 15 überlegte ich mir dann bei der Halbmarathonmarke auszusteigen. Die Möglichkeit hätte es gegeben. Aber ich wollte dieses Marathon. Und als mir dann bei Kilometer 20 jemand zurief, dass wir uns um Platz 20 befinden musste ich einfach weiter laufen.

Also vorbei am Ziel und hinein in die Einsamkeit. Den schlagartig war die Strecke leer. War ich soeben noch bei 1:34h den Halbmarathon durchlaufen und konnte mich ziehen lassen musste ich nun selbst Tempo machen. Und jetzt sollte es erst richtig hüglig werden. Direkt hinter dem Ziel ging es nämlich einen gemeinen, langen und uneinsehbaren Anstieg hinauf. Der raubte wirklich eine Menge Kraft. Aber Gehen kam - noch - nicht in Frage. 



Von nun an sollte es auch alle 2,5 Kilometer Grtränkestände geben und ich nahm mir vor von Stand zu Stand zu laufen un zu denken. Und ich trank auf fleißig. Und versuchte zu essen. Die Temperaturen hatten mitlerweile die 20°C sicherlich überschritten. Zumindest gefühlt. Und Schatten war sowieso nicht in Sicht. Kaum auszuhalten.
Aber das Schlimmste: Ich brauchte schnelle, am besten flüssige Energie. Aber an jedem Getränkestand gab es nur Wasser! Kein Iso, kein Cola, rein gar nix außer Wasser. Nur ein flüßig Energiegel gab es. 
Die Kilometer wurden nun, ab Kilometer 25 langsamer und bei Km 29 ging es das erste Mal über 5 min/km. 
Schon hier merkte ich, dass es mir nicht gut ging und ich kaum noch Kraft hatte. So legte ich auch an jedem Anstieg eine Gehpause ein. Von der Strecke, die bisher gar nicht schlecht war, viele grüne Wiesen, kaum nerviger Lärm von der Bundesstraße und nur sehr wenige Radfaher wie uns stören könnten, bekam ich von nun an gar nichts mehr mit. Einmal schaute ich an einer Wechselstelle noch auf als einer meinen Namen rief. Da stand dann plötzlich und unerwartet mein Nachbar.
So lief ich langsamer und langsamer und immer mehr in einem schrecklichen Tunnel. Ich spürte wie mein Puls teilweise raste auch wenn ich Gehpausen einlegte. Ich es fühlte sich auch so an, als ob der Brustgurt mir die Luft abschneiden würde und schrecklich drückte. Dabei rutschte er dauernd. Und weiterhin bekam ich nichts anderes als Wasser. 
Von meiner Frau, meinem Sohn und meinen Eltern, die allesamt regelmäßig an der Strecke standen hatte ich mich schon verabschiedet und sollte Sie erst im Ziel wieder treffen. Immerhin konnte ich Ihnen noch sagen dass es länger als geplant dauernd sollte. Den von nun an, Km 36, wurde es richtig schlimm. Laufen konnte ich noch max. 300 Meter, dann bekam ich kaum noch Luft. Irgendwie war jedoch immer noch der Wille da ins Ziel zu kommen. Und hätte ich abbrechen sollten? Alleine auf einem Damm? Ohne Helfer, Sanitäter oder dergleichen? Zumindest sah ich keine. Also kämpfen.
Je näher es in Richtung Ziel ging standen auch wieder mehr Zuschauer an der Strecke und wollten, dass ich laufe. Doch 3 Kilometer vor Ende stand mein Entschluss fest. Wobei ich auch garnicht anders mehr konnte. Kein Schritt wird mehr gelaufen. 
Ich nahm dann auch meinen Brustgurt ab und versuchte gerade zu spazieren. Doch ich merkte, dass auch dies nicht mehr möglich war. Ständig lief ich Kurven und meine Kraft war fast vollständig aufgebraucht. Alle paar Hundert Meter musste ich jetzt auch stehen bleiben und mich irgendwo abstützen. Und ein einziges Mal kam es vor, dass mich jemand fragte ob alles okay mit mir ist. Ansonsten wurde ich fast dazu gedrängt doch das kleine Stück noch zu laufen. 
So spazierte ich dann Meter für Meter ins Ziel. Und auch auf der Zielgeraden, mit vielen Zuschauern, lief ich nicht mehr. Ich hielt mich ganz am Rand, wollte am liebsten unsichtbar sein und auch feuchte Augen bekam ich. Ich weiß nicht mehr viel über diese letzten 10 Kilometer. Nur, dass ich direkt hinter der Ziellinie meine liebsten sah und nieder gesunken bin. Minutenlang. Und das ganz ohne dass jemand nach mir geschaut hat. 
Irgendwann konnte ich dann auch etwas sagen und langsam aufstehen um mir Cola zu besorgen. Die trank ich dann auch so schnell es ging. Nicht besonders schnell.
Ich fühlte mich so richtig übel. Und nachdem ich noch eine Weile gesessen bin wollte ich nur noch heim. Ich erkundigte mich wo man seine Tasche wieder bekommt. In der Sporthalle 500 Meter entfernt wo auf die Duschen sind. Immerhin konnten wir mit dem Auto dorthin fahren. Doch schon auf dem Weg dorthin ging es mir noch schlechter und nachdem mein Magen ein erstes Mal rebelliert hatte konnten wir dann auch die Tasche abholen. 
Jetzt nur noch 40 Minuten heimfahren. Ich trank vorsichtig einen halben Liter Wasser. Denn ich war vollkommen dehydriert. Keine gute Idee. Kaum drin, musste es auch schon wieder auf dem selben Weg raus.
Endlich zuhause. Ohne duschen, trinken oder essen ging es trotz 25°C sofort ins Bett. Mit 2 Bettdecken. Ich froh, hatte Schüttelfrost und ich war schrecklich müde und hatte Herzrasen. 
Nach einer Stunde Schlafen und 2 Schlücken Kamillentee mit Zucker und Salz konnte ich zumindest aufstehen. Aber nur langsam und vorsichtig. Aber ich bekam Durst. Und brauchte Kalorien. Glücklicherweise hatten wir noch Fanta und Cola daheim und über den Nachmittag / Abend verteilt trank ich doch tatsächlich noch 1,5 Liter davon. Ohne Rebellion meines Magens. Und ich ass 2 Stück Schokoladentorte die ich zum Marathon bekommen hatte. Super lecker. Aber das weiß ich erst seit heute, den gestern war sie einfach nur Mittel zum Zweck.

Als ich dann heute Morgen aufgestanden bin fühlte ich wieder ganz okay. Nur noch etwas müde. Aber ich konnte dann endlich auch meine Finishermedaille anschauen. Von der wusste ich gar nichts mehr.
Und meine Zeit: 3:40:45h. Ohne Kommentar.



Fazit:
Ich habe mich gestern und übers ganze Wochenende wohl eindeutig übernommen. Sowohl Kräftemäßig, als auch Zeit mäßig. Und das Wetter hat überhaut nicht gepasst. Wahrscheinlich hatte ich gesamten einfach zu wenig gegessen, getrunken und einen Hitzschlag bekommen. So ähnlich ging es mir schon mal beim Freiburg Marathon 2011. Auch das war so ein Hitzerennen. Jetzt eindeutig nicht mein Wetter!


Kurzbewertung Marathon:

Strecke:
Insgesamt etwa 150 HM, mit teils giftigen Anstiegen. Da der Lauf jedoch nächstes Jahr anders herum sein wird, durchaus auch ein Vorteil. Schöne Landschaft, wobei man mit der Rems, dem Namesgeber, eher selten in Berührung kommt.

Organisation:
Ausbaufähig. Man merkt, dass hier noch keine Profis am Werk sind. Ausrichter waren die Städte. Und da gilt es einiges zu verbessern. Aber dafür ist so eine Premiere auch da.

Verpflegung:
Unterwegs nur Wasser und kaum Auswahl beim Essen. Im Ziel wohl alles da.

Stimmung:
In den zu durchlaufenden Ortschaften und Städten richtig gut. Teilweise auch mit Moderation. Ansonsten sehr einsam.


Bis dahin:
Wahrscheinlich wäre es am besten gewesen beim Halbmarathon aufzuhören.

Markus

Montag, 22. September 2014

Entspannt

Hallo,

in 6 Tagen bin ich einen Marathon gelaufen. Meinen elften. Und auch wenn sich das jetzt nicht nach einer so großen Zahl anhört, die Anspannung ist der Normalität gewichen. Bisher bin ich dieses Mal noch rein gar nicht angespannt. Ich habe keine Angst, dass es nicht klappen könnte, ob ich nicht alles finde, irgendwelche Probleme bekomme oder so.
Das liegt wahrscheinlich auch sehr daran, dass ich mir für dieses Mal kein Ziel vorgenommen habe. Nicht wie so oft will ich Bestzeit laufen. Oder gar unter 3 Stunden im Ziel sein. Das wäre im Frühjahr toll gewesen, aber hier geht es um Genuss. Ob ich jedoch das gleich nach Kilometer 35 noch sagen oder denken werde weiß ich dann auch nicht so genau.
Dieses Mal möchte ich wirklich einfach nur durchlaufen und mich nicht zu sehr abhetzen. Okay, ja, ich geb's zu: Unter 3:30 h sollte das eigentlich schon gehen. Aber wenn nicht: Na und?
Gerade dieses Mal geht's ja hier daheim bei mir zur Sache. Ich werde in der Heimatstadt loslaufen und dann One-Way entlang vieler Ortschaften und Städte die ich gut kenne und die mich in meinem Leben bisher begleitet haben. Vielleicht werden auch einige an der Strecke stehen, die ich kenne.

Also auf gut deutsch: Ja, ich könnte am Sonntag auch durch Berlin rennen, pausenlos auf meine Uhr starren und verzweifelt versuchen nicht nachzulassen um mein Ziel zu erreichen.
Aber ich kann auch entspannt und ohne den Druck hier im Remstal laufen. Und genießen. Das ist für mich etwas besonderes.
Klar, war auch der Berlin Marathon letztes Jahr etwas besonderes, aber eben auf einer anderen Art und Weise. Und nicht immer auf der meinen.

So werde ich am Samstag entspannt meine Unterlagen abholen, mich ein bißchen vom Marathonfeeling anstecken lassen und dann am Sonntag starten und mich treiben lassen. Und eben schauen was so geht. Oder läuft.

Bis dahin:
Stress ist nicht immer angebracht

Markus

Donnerstag, 18. September 2014

Tierisch (un)vernünftig

Hallo,

heute war ein Besuch im zoologischen-botanischen Garten in Stuttgart, der Wilhelma, erbaut von König Wilhelm I von Württemberg, geplant. So eine Elternzeit will ja gut genutzt sein. Aber was lässt sich nach 4 Stunden durch den Park spazieren, Tiere beobachten, ober Pflanzen staunen und fröhlich miteinander vergnügen besser machen als einen Lauf nach Hause zu veranstalten? Wohl nichts :-) Zumindest für mich als Läufer. Und so hatte ich die Laufsachen natürlich dabei. Also schnell im Parkhaus umgezogen und ab ging die Reise nach Hause.

Nachdem ich so viele wild tobende Tiere gesehen hatte musste ich wohl einfach die Sau rauslassen. Oder zeigen ob ich den Tiger im Tank habe. Ihr werdet jetzt vielleicht sagen der hat doch einen Vogel, aber nein ich machte nur ein Affentheater. Also Butter bei die Fische! Da ein gemütlicher Lauf für mich leider meistens weder Fisch noch Fleisch ist ging‘s rund. Mit einem Schnitt von unter 4:30 min/km zog ich meine Runden Richtung Heimat. Immer dem Flachstück entlang. Dann eine Steigung. Da lachen ja die Hühner! Ich werde nicht langsamer. Rot wie ein Krebs geht’s bergan. Ich packe den Stier bei den Hörnern und gebe auf dem kommenden Flachstück Vollgas. Mit 4:17 min/km der schnellste Kilometer.

Dann jedoch der Einbruch. Mensch Markus, geht’s mir durch den Kopf – was machst du hier bitte? In 9 Tagen willst du einen Marathon laufen. Da beißt die Maus kein Faden ab. Du musst dich schonen. Und so lasse ich es dir letzten 3 Kilometer gemütlich angehen. Als dann noch 1 Kilometer und 80 Höhenmeter vor mir stehen wage ich es: Ich schalte meine Uhr aus und spaziere heim. Ich mache mich doch hier nicht zum Affen und übertrainiere. So kann ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Erstens komme ich erholt daheim an und zweitens habe ich mich gemütlich „ausgelaufen“.
Schließlich soll es morgen schon wieder einen Lauf geben. Diesmal aber ganz sicher von Anfang an vernünftig. Als erfahrener Läufer muss ich doch wissen wie der Hase läuft!

Und da ich während des Laufs leider keine Bilder machen konnte noch ein paar von meinem Besuch heute Morgen:


 







13,4 km - 140 HM - 4:30 min/km - Ø HF 159 - 24 °C - 980 kcal


Bis dahin:
Heute Nacht schlafe ich wie ein Murmeltier

Markus

Dienstag, 16. September 2014

Dienstag morgens

Hallo,

was macht man Dienstag morgens wenn man um 7 Uhr aufwacht, aufgrund Elternzeit frei hat, die Sonne scheint und Frau und Kind in Kürze zur Krabbelgruppe verschwinden? 
Genau! Laufsachen an und raus mit mir!

Geplant war eine lockere Einheit über sonnige Felder und entlang des Neckars. Und genau das wurde es auch. 








Leider war es aber nach etwa 9 Kilometer nicht mehr so entspannt. Massive Magenschmerzen linderten das Wohlfühlen erheblich. Von daher entscheid ich mich auf einige mögliche Verlängerungen und Ausweichrouten zu verzichten und direkt zurück zu laufen. 
Das Tempo litt dann leider unter diesen Schmerzen und auch die Sonneneinstrahlung machte mir durchaus zu schaffen. Das ist dann wohl auch nicht zu übersehen gewesen:


Zuhause angekommen erstmal ausruhen, Beine hoch und entspannen. Die wohlverdiente Dusche und Rasur darf aber auch nicht fehlen. Und kaum ging es mir wieder besser kamen meine Beiden auch schon wieder heim. Welch Timing!

20,6 km - 220 HM - 4:43 min/km - Ø HF 157 - 18 °C - 1585 kcal

Bis dahin:
Solche Tage darf es noch viele geben!

Markus

Sonntag, 14. September 2014

Marbacher Gassenlauf 2014

Hallo,

ich habe die letzten Tage und Wochen zwar fleißig meine normalen Runden gedreht aber so richtig schnelle und harte Einheiten waren nicht dabei. Und da sich meine Lust in Grenzen hielt alleine auf einer Bahn Intervalltraining durchzuführen habe ich spontan nach einen kleinen Wettkampf in der Region gesucht. Und bin dann auch fündig geworden. Und zwar beim Marbacher Gassenlauf.
Das ist ein Lauf über 3 Runden mit ordentlich Höhenmeter durch die Altstadt von Marbach. Dabei sind pro Runde 3,5 km also insgesammt 10,5 km zurückzulegen. Um 16 Uhr gestern war der Startschuss.
Ich war pünktlich dran und konnte sogar im Vorfeld noch die Kinder laufen sehen. Wahnsinn was die Jahrgänge 2010 und jünger schon laufen können und wie schnell. Und wer weiß vielleicht läuft nächstes Jahr mein Kleiner auch mit :-)

Vor dem Start

Nach diesen Läufen ging es aber in die Startaufstellung. Ich positionierte mich in der 3. Reihe, denn die vor mir sahen doch alle recht schnell aus. Aber mal abwarten. Der Startschuss fiel und wir rannten los.
Zuerst sollte es abwärts gehen und so konnte ich das Tempo von 3:30 min/km auch mithalten. Dabei zählte ich durch und stellte fest am tiefsten Punkt der Strecke an Platz 9 zu sein. Soweit okay. Runter ging es dabei durch Wohngebiete und dann am Rand der Altstadt. Dann gab es ein Flachstück und da an diesem Tag auch ein Fest in der Altstadt war gab es dort etliche Stände, Musik und auch Zuschauer. Richtig tolle Atmosphäre! Vor allem als es dann durch die engen Gassen wieder bergan ging. Die Steigung bestand eigentlich aus 3 Steigungen die immer durch Flachstücke unterbrochen waren. Aber Erholung war hier nicht angesagt. In der ersten Runde konnte ich hier den 8. Platzierten überholen. Als wir dann oben an Start und Ziel waren hieß es noch eine flache 300 Meter Runde einlegen und dann ab zur nächsten Runde.
Schon nach der ersten Runde, die ich in 14 Minuten bewältigte, war ich ziemlich fertig. Aber anderen auch, dass sah man deutlich. Aber es hilft ja nix, weiter geht's!
In der 2. Runde lief ich immer dichter auf den vor mir laufenden auf und am Flachstück vor dem Start / Ziel konnte ich ihn überholen. Aber leider nicht abschütteln. Den auf dem Weg hinab in der 3. Runde überholte er mich wieder. Und er suchte die Entscheidung und gab Vollgas. Ich versuchte dran zu bleiben und bis auf 5 Meter gelang mir das auch. Begünstigt wurde ich jetzt auch von zahlreichen Überrundungen. So mussten wir zwangläufig etwas langsamer machen.
Als es dann wieder bergan ging setzte ich alles auf eine Karte und gab bereits am ersten der drei Anstiege Gas. Und bloß nicht mehr umdrehen. Einfach laufen. Und nicht auf den Puls schauen. Am Ende dieser Steigung hörte ich noch Schritte hinter mir. Aber schon am Ende des Flachstücks nicht mehr. Egal, 2. Steigung - weiter Gas geben. Und wieder nicht umdrehen. Bloß nicht stolpern beim Überrunden. Und 3. Steigung. Ohje, ging es immer soweit hoch? Also gut, ein letztes Mal noch.
Und auf dem Flachstück oben angekommen konnte man getrost einen Blick zurückwerfen. Er lag etwa 150 Meter zurück. Jetzt nur noch ins Ziel.
Dort lief ich dann nach 43:17 min ein. Damit Gesamtplatz 7 und in meiner AK Platz 1.
Zwar lief ich nach der ersten Runde in 14 Minuten, die zweite in 14:30 und die dritte nur in 14:47 min, aber damit war ich dann doch zufrieden. Ich war einfach zu schnell angegangen.
Bei eine Lauf mit 140 HM insgesamt bin ich jedoch sehr zufrieden!

Im Ziel dann schnell etwas trinken, den aufgrund leichten Bauchkrämpfen unterwegs und vor dem Start habe ich das fast vollständig unterwegs gelassen obwohl es pro Runde drei Möglichkeiten gab. Dann noch etwas essen und ab ins warme Auto. Die ungemütlichen und glücklicherweise trockenen 14°C wollte ich nicht noch länger aushalten. Also ab nach Hause.

Als Fazit kann ich sagen, dass der Lauf als Training wirklich richtig gut ist. Aber auch sehr anstregend. Aber hey, wäre es einfach wäre es nicht Laufen ;-) Auf jeden Fall eine super Organisation und tolle Atmosphäre.
Und besser wie jedes Intervalltraining war diese Tempoeinheit auf jeden Fall!

Bis dahin:
Vollgas ins Glück!

Markus

Freitag, 5. September 2014

Ugly destinations

Hallo,

bei Christian gab es vor ein paar Wochen den Aufruf die hässlichen Orte der Laufrunde zu veröffentlichen. Schöne und interessante Orte haben wir alle schon zu genüge gesehen, die hässlichen schweigen wir zu tote.
Wobei ich natürlich auch nicht hoffe, dass eure Laufstrecken nur über Bereiche führen die kein Mensch gerne sieht. Meist wählen wir ja unsere Strecke so, dass wir an besonders schönen Flecken vorbei kommen oder zu einem speziellen Punkt laufen. Dann doch aber eher selten über Landstraßen sondern doch lieber mit einem Umweg auf den schönen Pfaden.

Auch bei mir ist es eben genau so. Und daher dauert es auch etwas länger bei mir bis ich mal wieder an Orten entlang gelaufen bin, die leider nicht sonderlich schön sind.
Aber Mitte dieser Woche konnte ich früh Feierabend machen und hatte Zeit für eine schöne Runde. 23 flache und nicht zu langsame Kilometer sollten es werden.
Da bietet es sich bei mir an immer an den Flüssen entlang zu rennen, umzudrehen und auf der anderen Seite zurück.
Ziel war es dabei die ganze Zeit in einem Schnitt von unter 4:40 min/km zu laufen. Bis auf eine Passage weg vom Fluss und hoch zu mir nach Hause konnte ich das Tempo auch halten. Auch dann, als ich die letzten 4 Kilometer aufgrund fehlenden Essens mit einem üblen Hungerast zu kämpfen hatte und schon auf dem Zahnfleisch ging. Das Ende war absehbar und das Tempo wurde gehalten!


Jetzt aber zu den Bildern:

Durch dieses Industriegebiet muss ich leider hindurch. Auf der rechten Seite Krach und Geruch einer Verwertungsanlage.


  Am Ende dieses Industriegebietes dann noch ein Leckerbissen für alle Läufer, die mit der Nase atmen. Zwar sollten alle gereinigt sein, aber ein gewisser beißender Geruch liegt trotzdem in der Luft.



Nach dem Wendepunkt gibt es dann leider nochmals eine Stelle die mich nicht vom Hocker haut. Direkt an der viel befahrenen Landstraße auf einem schmalen Gehweg zu laufen gehört nicht zu dem bevorzugten Laufrevieren. Noch dazu wenn die Büsche am Rand soweit auf den Gehweg wachsen das man teilweise auf die Straße ausweichen muss.



Warum ich trotzdem diese Strecke laufe?
Neben all den unschönen Momenten gibt es unterwegs auch unzählige solcher Anblicke.
Da sind zum einen satte grüne Wiesen:


Der Neckar mit all seiner Ruhe:


Und Enten die auch nicht zu scheu sind. Zum Fotografieren von Schwänen, Fischreiher und Kühen war ich leider etwas zu schnell unterwegs.



23 km - 240 HM - 4:39 min/km - Ø HF 158 - 25 °C - 1770 kcal

Bis dahin:
Die Kehrseite des Laufens gibt es eben auch!

Markus

Montag, 1. September 2014

Trailrunning auf den Grünten

Hallo,


auch wenn es mit meinem Ultra Lauf nicht so lief wie geplant hatte ich trotzdem im Oberallgäu eine schöne Woche Urlaub. Neben jede Menge wandern, 15 kg Zusatzgepäck auf dem Rücken dank kleinem Sohn lassen grüßen, gab es auch Läufe.

Zum einen kann ich zum Laufen das Illertal empfehlen. Wunderbare flache Schotterwege entlang des Flusses laden zu langen und entspannten Läufen ein.

Viel interessanter, abwechslungsreicher und anspruchsvoller war jede eine Lauftour auf den Grünten. Den Wächter des Allgäu. Als erster richtiger Berg markiert er den Eintritt vom Voralpenland ins Allgäu. 

Gelaufen bin ich diese Tour von einem Dorf etwas unterhalb des Alpe Kammeregg, etwa auf 1050 m über dem Meeresspiegel. Natürlich hätte ich auch vom Tal laufen können, doch der Weg wäre eine Asphaltstraße gewesen und darauf hatte ich wenig Lust. 

Direkt am Parkplatz war ein Schild mit "Grünten 2h" und was war mein erster Gedanke? 1 Stunde muss machbar sein. Also mit Vollgas los. Auch hier erstmal 500 m aus Asphalt bis zur Alpe und bis dahin schon 150 HM zurück gelegt. Und ich war platt. Das war eindeutig zu schnell. Also etwas Tempo rausnehmen. 
Von nun an ging es sowieso auf Wald- und Wiesenwegen immer bergan. Ab und an durch ein Rinnsal, aber nie flach oder gar bergab.


Auf 1500 Metern angekommen schnaufte ich erstmal durch. Da war ich dann auch auf dem Kamm angekommen. Von nun an sollte es auf Schotterwegen weiter bergan gehen. Gewarnt wurde vor alpinen Gelände. Aber genau das zog mich magisch an. 
Und soviele Familien wie mit kleinen Kindern mir schon unterwegs begegnet sind oder ich überholt habe machte ich mir auch keine Sorgen diese Strecke nicht zu schaffen.
Also weiter bergan. Nach soviel sah es garnicht aus - und die Strecke machte mir auch keine Sorgen, aber die Höhenmeter ließen mich ganz schön schnaufen. So gut es ging lief ich noch, doch ab und an musste ich leider in einen zügigen Wanderschritt fallen.



Endlich oben angekommen war ich dann am Jägerdenkmal auf über 1700 Metern. 
Die wirklich kurze Strecke mit gerade einmal 3 Kilometern, aber 650 HM hatte ich aber in 42 Minuten bewältigt. Mit dieser Zeit war ich richtig zufrieden auch wenn ich im Flachland ganz andere Zeiten gewohnt bin.


Außerdem entschädigt der Ausblick für die Strapazen ungemein:






Nach einer kurzen Pause, etwas trinken und Rückmeldung an die Liebsten sollte es den gleichen Weg wieder bergab gehen. Und jetzt ließ ich es laufen. 
Zwar wurden keine Spitzenzeiten gemeldet, aber in 22 Minuten war ich den anspruchsvollen Weg wieder bis zum Auto gerannt.
Unterwegs vorbei an unzähligen Wanderern die ich schon bergan überholt hatte. Welch Spaß war es nun an diesen vorbeizufliegen.

Am Auto angekommen spürte ich dann zwar schon dass diese Bergab-Tour ganz schön in die vorderen Oberschenkel gegangen war, aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch 1 1/2 Tage bis zum Start des Ultras und entsprechend Regenerationszeit. Und nach einem Bad ging es auch wieder gut!

Empfehlen kann ich diese Tour zum Grünten jedem! Sei es im Wanderschritt oder doch im langsamen Traillauftempo bergan. Für geübte Wanderer sollte jedoch ein Aufstieg in 1 1/2 Stunden machbar sein. 

Bis dahin:
Trailrunning as it's best

Markus